Rockin´ all over the DOCKS / WT in Hamburg

Autor: The Circle

Der Zug von Wuppertal nach Hamburg ist voll besetzt. Gut das ich mir eine Platzkarte besorgt hatte. Während der Fahrt habe ich Zeit über ein kleines Jubiläum nachzudenken.
Immerhin ging es zu meinem 10´ten WT-Konzert. Java-Island und das Mera Luna waren besondere Highlights, ob es heute genauso schön wird?
Um 14.15  rollt der Zug in Hamburg ein Nun schnell zu McDoof, dem ersten Treffpunkt.
Die „Berlin-Fraktion“ mit Pearl of light, Zara Zyniker und Bluerose war schon eingetroffen.

Doch wo war unser Hamburger Reiseleiter? Goblin hatte aufgrund einer „Unpäßlichkeit“ seine S-Bahn verpaßt und traf somit erst eine Stunde später als geplant ein. Dafür gesellten sich in der Zwischenzeit Pauke und DarkDreamer zu uns.
Dann traf auch unser Gastgeber Goblin ein und wir machten uns zu unserem Nachtquartier auf, dem Kindergarten in dem unser Goblin arbeitet. Doch wir waren zu siebt und der Weg zu Fuß wäre zu weit gewesen. Doch nach kurzer Beratung stand fest: wir passen alle in Paukes Auto! Mit DarkDreamer auf dem Schoß und einer quer liegenden Bluerose ging es dann durch Hamburg.

Nach kurzer Entledigung des Gepäcks ging es dann vom Kindergarten zu Fuß zur Reeperbahn. Vor der Konzerthalle, den Docks, wartete schon ein großer Sattelschlepper mit WT-Schriftzug, klar das vor diesem ein Gruppenfoto angesagt war.
DreamSlayer und Starangel, die sich nun wohl wieder öfters mal im Forum blicken lassen, standen schon seit mittag am Eingang. So konnten sie das Interview mit Sharon und Robert miterleben, welches kurz vor unserem Eintreffen vor der Halle abgehalten wurde (dabei unseren Reiseleiter anschiehl).
Toll das neben dem Eingang ein Italiener nebst Außenbestuhlung zu finden war. So konnten wir noch etwas essen und hatten zudem alles im Blick.

Um 17.00 Uhr wurde dann die Warteposition vor dem Eingang eingenommen und wir konnten auch unsere Lutien ausmachen. Pauke und Bluerose hatten ihre Karten ja kurzfristig bei einem Gewinnspiel erworben, inklusive VIP-Button. Diese sollten sie um halb acht erhalten. Für mich also Zeit genug um Pauke und Bluerose ein entsprechendes Angebot für den VIP-Button zu unterbreiten, welches dann ins Unermeßliche stieg.
Dann erhielten unsere Gewinner tatsächlich ihre Karten samt Button. Doch auf diesen war der Backstage-Bereich durchgestrichen und als Zuschauer-Bereich nur die hintere Empore ausgewiesen. Also nix mit 1. Reihe. So sank mein Angebot dann auch schnell auf 0 Euro. Doch damit nicht genug! Unsere Gewinner mußten ihre Karten wieder abgeben und sich schön an der Abendkasse anstellen. Jetzt gingen die Türen auf und wir konnten endlich rein, Männlein links, Weiblein rechts. Die Halle war dunkel, nur einige Lichtleisten auf dem Boden, und einige übersahen die Stufen. Schnell über ein paar am Boden Liegende und schon machte ich Goblins Umrisse an der Bühnenabsperrung aus. Nun Platz freihalten!
Nach nervenaufreibenden Szenen an der Kasse kamen dann auch unsere 4 Gewinner und wir standen dann doch fast alle in der 1. Reihe, ich zudem noch genau in der Mitte. Die Halle füllte sich schnell und war schließlich proppenvoll.

Als Support traten Absolute auf. Die Jungs waren nicht schlecht, gesanglich etwas in Richtung Pearl Jam tendierend, allerdings als Vorband für WT etwas unpassend.
Schade das Delain aufgrund der Terminverschiebung nicht beim neuen Konzert dabeisein konnten.
Überraschend schnell ging der Umbau über die Bühne. Die WT-Deko war wieder eher spartanisch. Neben dem Hintergrundbild a la „Gotham-City“ gibt es nur die beiden Säulen mit den Feuerschalen. Die auf den Festivals zu sehenden Löwen mit Flügeln sind wohl zu groß für die normalen Hallen.

Gegenüber dem Auftaktkonzert in Amsterdam hat sich beim Intro etwas getan. Der Beamer wirft Szenen aus dem 2. Weltkrieg an die Wand, danach wird das WT-Logo effektvoll eingebaut. Bevor Sharon den ersten Laut von sich geben kann singen die Fans schon „Sanctus espiritus“. Der Sound ist super und der erste Track ein Auftakt nach Maß. Als Sharon dann bei The Howling, gerade mal 1 Meter von mir entfernt, hammermäßig abrockt, weiß ich, das wird heute ein ganz besonderes Konzert.
Von unserer eingefleischten Dark-Wings Gemeinde ziehen die Anfeuerungsrufe wie Schallwellen bis in die letzten Ecken und reißen jeden mit der anwesend ist. Frozen wurde von uns stimmgewaltig unterstützt. Micha traf erst kurt vor 21.00 Uhr ein und fand noch Platz auf der Empore. Er berichtete später, das selbst die hintersten Reihen im Rausch waren.

Sharon sagt uns später, daß sie sehr überrascht war. Denn die deutschen Fans klatschen zwar normalerweise brav, kommen aber während der Songs sonst nicht so aus sich heraus. Doch der Hamburg Gig war regelrecht enthusiastisch, so etwas hat sie in Deutschland noch nicht erlebt.

Doch nun zurück zum Konzert. Auf den Einsatz von Pyroeffekten wurde vollends verzichtet und ich habe es nicht einmal vermißt. Das zeugt von der Qualität des Auftrittes. Wir merken sofort, daß Sharon live singt, sie brüllt uns ja geradezu ins Gesicht. 3, 4 kleine Stocker läßt uns auch erkennen das kein Band im Hintergrund läuft. Eine Tonspur der Zweit- und Drittstimme läuft leise im Hintergrund und ist für den perfekten Sound von WT auch unabdingbar. Hatte ich mir in Amsterdam bei The Cross noch die Ohren bei diesem „AHAHAHAH“ zuhalten müssen, so kommt es heute grandios rüber. Gesanglich ist Sharon voll auf der Höhe, hat sie doch ausgiebig beim Soundcheck geprobt. Obwohl uns hier, wir aßen gerade draußen beim Italiener“, der eine oder andere Bissen im Halse stecken blieb.

Über Stand my ground, Angels, The heart of everything und Hand of sorrow geht es schließlich zu What have you done. Hier übernehmen die Fans bereitwillig den Part von Keith. Allmählich wird es immer heißer in der Halle, die Jungs an der Gitarrenfront “stehen im Wasser”, nur Sharon scheint nicht zu schwitzen. Neben mir sacken 2 Mädels zusammen und werden hinter die Bühne gebracht. Doch die Band hat ein Einsehen und Sharon und Ruud feuern Wasserflaschen in die tobende Meute. Ein kleiner Schluck belebt wieder die Geister bis mit The truth beneath the rose der Schlußakkord des Hauptteiles erklingt. Ruud hängt am ende noch ein Gitarrensolo dran und die Band verabschiedet sich. Ich habe noch nie so eine Dynamik bei den Zugabe-Rufen wie in Hamburg erlebt, sodaß die Band auch nicht lange auf sich warten läßt. Deceiver of fools ist der geniale Opener des Zugabenblochs. Es folgen Memories und natürlich Ice Queen. Die Band verabschiedet sich wie immer gemeinsam von uns und wirft Drum-Stöcke und Plektons ins Publikum.

Jetzt kommt bei mir die Erkenntnis das ich wieder mehr Sport treiben muß, denn ich bin völlig abgekämpft. Doch was ist das? Als die Band in den Backstage-Bereich geht, entfalten die Securities ein Absperrband und benutzen es wie ein Fischernetz indem sie uns hiermit „hinausziehen“. So schnell war ich noch aus keiner Halle draußen.

Jetzt wird erst einmal Deutschlands berühmteste Tankstelle an der Reeperbahn aufgesucht um schnell an Flüssiges zu gelangen.
Danach beziehen wir die Wartestellung am Hinterausgang, den Tourbus immer in Sichtweite. 

Stephen kommt als erster heraus und unterhält sich ausgiebig mit uns. Er hat anscheinend gar nichts anderes vor. Martijn kommt als zweiter möchte dann aber zum Burger King. In diesem Moment wird er von einer Angetrunkenen Obdachlosen bedrängt, die von ihm etwas ergattern will. Ein Fluchtversuch scheitert kläglich, denn die Dame läßt sich nicht abschütteln. Selbst rennen hilft hier nicht. Wir sehen noch wie beide um die Ecke laufen. Nun ist Ruud in unserer Runde und stellt sich Fragen und einer Fotosession. Gegen 1.30 Uhr macht sich der Großteil von uns zu unserem Nachtquartier auf, denn nach einer kurzen Nacht heißt es früh aufstehen.

Der Rest, unter anderem Pearl of light und Micha, haben dann noch das Glück mit Sharon und Robert zu quatschen. Dieses hole ich hoffentlich auf dem Fanclub-Tag nach.

Im Kindergarten angekommen geht es an den „Bettenbau“. Jetzt noch ein paar Stunden schlafen, bis die Berlin-Fraktion uns um 5.45 Uhr aus dem Schlaf reißt. Goblin und ich können noch zwei weitere Stündchen schlafen, dann heißt es auch für mich Abschied nehmen.

So geht es mit der Vorfreude auf das nächste Konzert zurück nach Wuppertal.