Within Temptation 01.10.2007 in München

Within Temptation sind seit sage und schreibe 4 Jahren eine meiner Lieblingsbands, und noch dazu eine, die es seit meiner Anfangszeit geblieben ist. Bereits im Februar 2005 habe ich die Ehre gehabt, die Band live zu erleben (vgl. Konzertbericht). Zweieinhalb Jahre später, nach einer Verschiebung um ein halbes Jahr, überkam mich wieder eine massive Vorfreude darauf, die Holländer ein zweites Mal live zu sehen.
Gestern war es endlich so weit: Ich fuhr diesmal ganz alleine zur Tonhalle, kam aber mit zahlreichen Fans ins Gespräch, so dass ich die Aufregung ein wenig überspielen konnte, denn ich wäre sonst geplatzt.
Um halb neun betrat die Vorband Delain (auf die ich mich ebenfalls gefreut habe, weil ich die super finde!) die Bühne und spielte etwa 6-7 Lieder, u. a. „Shattered, Pristine, See me in Shadow (*schnief*), und „Frozen“. Charlotte hat live eine super Stimme. Zwar ist das Publikum nicht so mitgegangen, aber ich war hin und weg.
Die zweite Vorband, The 69 Eyes, hat mich nicht wirklich interessiert. Zwar finde ich sie nicht schlecht (von der Musik her und auch live), aber ich bin nicht zwingend überbegeistert von ihnen, da sie mir ein wenig zu wild sind. :D
Gegen zehn Uhr dann schlug mir das Herz bis zum Hals, und alle 500 Besucher warteten ungeduldig darauf, dass der erste Takt eines Intros von Within Temptation erklingen würde.
Sie haben – wenn ich mich nicht irre, denn ich konnte mir die Reihenfolge nicht merken – 16 Lieder gespielt. Die Setlist sah folgendermaßen aus:

Our Solemn Hour
The Howling
Stand My Ground
Forsaken
The Cross
What Have You Done
The Heart of Everything
Mother Earth
See who I am (sogar mit Intro!)
Angels
Hand Of Sorrow
All I need (welches ich mittlerweile mag!)
The Truth beneath the Rose

Als Zugaben:
Deceiver of Fools
Memories
Ice Queen

Zur Kulisse kann ich nur meinen vollsten Respekt aussprechen: Es war, als wäre ich in einer anderen Welt geboren, es sah aus wie in einem Fantasyfilm. Auch die Fackeln an der Seite, die bei einer kurzen Pause vor „See who I am“ aufgebaut wurden, gefielen mir ausgesprochen gut und passten sehr gut zur Atmosphäre.
Die Band hat ohne Ausnahme Blickkontakt zum Publikum behalten und ich habe mich sehr mit einbezogen gefühlt, insbesondere als Jeroen und Robert ihre schrägen Grimassen geschnitten haben, Ruud mich sogar erkannt hatte und mir wie wild zugewunken hat (er hat ja damals ein Gruppenfoto mit meinen Freundinnen und mir gemacht). Sharon war natürlich einsame Spitze. Diesmal war sie im Gegensatz zum letzten Konzert kerngesund und fit wie ein junges Reh. Sie hat einfach eine ungeheuere Power drauf – sie singt hohe Töne, und schafft es gleichzeitig, sich zu bewegen. Headbangen und elegante Bewegungen mit ihren Händen durften selbstverständlich nicht fehlen. Immer, wenn sie auf die linke Seite kam (ich stand ganz vorne an der Absperrung), und ich meine Hände hoch gestreckt hatte, strahlten wir um die Wette .
Die gesamte Performance der Band hatte mich sehr berührt – vor allem bei älteren Stücken wie See who I am oder Mother Earth, mit denen ich persönliche Erlebnisse verbinde, die sehr positiv waren und an die ich gerne zurück denke. Sharon singt außerdem mit voller Hingabe, so dass mehrere Leute zu Tränen gerührt wurden, ich vor allem bei den ruhigeren Stücken.
Allerdings gab es zwischendrin das eine oder andere Technikproblem, was für die Band aber nicht weiter schlimm war. Sharon ist zum Glück eine geborene Entertainerin und bemühte sich, zusammen mit Robert die Menge ein wenig zu unterhalten, in dem sie meinte, wir sollen jetzt ein deutsches Lied singen. :D Ich konnte vor Lachen gar nicht mehr, ohne Witz.
Zu meinem Glück hatte ich das Bild dabei, das ich vor drei Jahren gezeichnet habe und auf welchem damals alle Jungs unterschrieben haben. Sharon fehlte noch. Ich hielt es hoch, und die Jungs erkannten es. Sharon hatte es sofort gesehen, sich selbst erkannt und sagte „Ein sehr schönes Bild!“.
Ich glaube, Sharon hatte sich riesig gefreut.
Zum Glück ging es 5 Minuten später weiter mit dem vorerst letzten Lied.
Als sie dann nach The Truth beneath the Rose die Bühne verlassen wollten, ließen wir nicht locker: Wir pfiffen, schrieen „Zugabe“ und schon kamen wieder nacheinander alle Jungs und als letzte Sharon raus und gaben uns gleich drei Zugaben, wobei Sharon zu Memories gleich dazu sagte „You will always be in our Memory!“ Das fand ich klasse. So bekam das Lied gleich eine neue Bedeutung. Den krönenden Abschluss bildete letztendlich „Ice Queen“ (wobei ich eh schon geschockt war, dass sie das noch gar nicht gespielt hatten!). Die Menge kochte, Sharons Stimme hat bis ins letzte Lied super durchgehalten, die Jungs waren durchgeschwitzt, aber genauso glücklich wie wir.
Nach ein paar Dankeschöns und Abschiedsworten verbeugte sich die Band vor uns und das Konzert war leider schon vorbei.Ich ließ es mir allerdings nicht nehmen, noch zum Merchandising-Stand zu gehen und zu fragen, ob die Band eine Autogrammstunde gibt. Das wusste keiner so recht, aber es sah eher schlecht aus. Zwar wusste keiner, warum, aber ich glaube, Sharon hatte ihre Tochter dabei oder ich habe nicht lange genug gewartet, keine Ahnung. Trotzdem war ich glücklich und sah es positiv, nach dem Motto „beim nächsten Mal“. Ich traf zwei Leute aus dem Darkwings-Forum, den Elijha und den Opium, mit denen ich mich unterhielt und super verstand.
Am Stand kaufte ich ein Delain-Shirt, da ich von WT bereits eins besitze und ich unter chronischem Geldmangel leide. :P .


Fazit: Wieder einmal ein wunderschönes Erlebnis, diesmal sogar mit einer gesunden Sharon, deren Stimme sich weiterentwickelt und die immer wieder zu begeistern weiß mit ihrer ungeheueren Engergie und Ausstrahlung. Tolle Arbeit haben die Jungs geleistet, die Sharon tatkräftig beim Einbeziehen des Publikums unterstützt haben und uns gekonnt zum Lachen und Mitgehen gebracht haben durch ihre Grimassen und Motivationsgesten. Martijn, und Steven hielten sich zwar im Hintergrund, was nicht bedeutet, dass ihre instrumentale Unterstützung schlechter war, ganz im Gegenteil. Eigentlich schade, dass sie dann doch nicht mehr zum Smalltalk mit den Besuchern raus gekommen sind, weil sie immerhin eine der wenigen Bands sind, die auf dem Boden geblieben sind und dies durchaus zu erwarten war. Und genau davor habe ich einen Riesenrespekt. Bei Leaves’ Eyes fand ich das schon toll, aber die sind nicht so bekannt wie Within Temptation oder Nightwish (die man allerdings nicht mehr bodenständig nennen kann, sorry). Aber es war bei weitem nicht das letzte Konzert.
WT haben immer schon eine große Rolle in meinem musikalischen Repertoire und werden es noch weiterhin tun. Ich danke für den unvergesslichen Abend.

Autor: Savina

Bilder: www.Art-in-Black.com