14.03.07  Amsterdam     Heart of Everything-Tour

Wie schön hatten wir uns das im letzten Jahr ausgemalt. Zu Beginn der neuen Tour wollten wir die niederländischen Städte im Grenzgebiet „abgrasen“ und so viele Konzerte wie möglich mitnehmen. Doch es kam anders. Für Deutschland wurden gerade mal 4 Konzerte eingeplant, die nun auch noch auf den Oktober verschoben wurden, und für das Heimatland von WT sogar nur ein einziges Konzert. Dieses sollte im bekannten MELKWEG stattfinden.
Doch auch nach einem Umbau faßt die Halle nur etwa 1500 Besucher, sodaß Micha und ich uns frühzeitig Karten sicherten. Und das unter dem Risiko, gar nicht zu wissen, ob wir an dem Datum definitiv fahren können.

Doch nach den Konzertverschiebungen hatte der Auftritt in Amsterdam für uns natürlich höchste Priorität.
Doch dann kam die nächste Hiobsbotschaft. WT teilten mit das sie für das Konzert in Amsterdam auf eine Supportband verzichten wollen um möglichst lange spielen zu können.

Eigentlich ja eine tolle Nachricht, doch für uns bedeutete es eine noch frühere Abfahrt während eines normalen Arbeitstages.
Doch es sollte alles reibungslos klappen. Ich fuhr von Düsseldorf mit dem Zug nach Bochum und Micha tauchte schon um 16.45 Uhr am vereinbarten Treffpunkt auf. Bei tollem Wetter erreichten wir zügig unser Parkhaus in Amsterdam und standen schließlich um 19.30 Uhr in der Warteschlange vor der berühmten Halle.

Der große Saal „The Max“ hat an beiden Seiten 5 Stehstufen die wie eine kleine Tribüne wirken. Wir stellten uns seitlich auf die höchste Stufe und konnten sehr gut auf die Bühne schauen. Über uns war der Balkonumlauf der auch mit Fans gefüllt war. Leider dämpfte der Balkon über uns den Sound der linken Boxenwand. Die Halle wirkte für ein Auftaktkonzert von WT doch recht klein. Kein Wunder das Internet-Ticketshops wenige Tage vor dem Konzert Karten für € 110.- anboten.  Das Konzert sollte um 20.00 Uhr beginnen, doch WT ließen uns warten, - lange warten. Doch um 20.45 betrat ein bekanntes Gesicht die Bühne. Der rasende Reporter der holländischen Musikszene, wohl bei jedem bekannt durch die Backstageberichte der Live-DVD´s, kündigte Within Temptation an.
Doch nun zuerst zum Bühnenbild. Im Hintergrund war eine Stoffwand aufgezogen worden. Das Motiv erinnert an Gotham City bei Nacht. Völlig verschwunden waren die Engelsstatuen, jegliches Gestrüpp an den Instrumenten, sowie die vom Mera Luna bekannten Stoffbahnen mit den Spellborn-Motiven. Neben der Rückwand bildeten nur 3 rote Säulen die Deko, die oben eine Art Feuerschale aufgesetzt bekamen. Doch dieser Schein trug, denn die Schalen hatten keine pyrotechnische Funktion.

Das Intro wurde angespielt, - eine elektronische Programmierung gekoppelt mit einer Rede Winston Churchills aus dem 2. Weltkrieg. Klar das das die Einleitung zu OUR SOLEMN HOUR bedeutete. Die Jungs kamen wie gewohnt auf die Bühne, Sharon hatte ein weißes Kleid an, welches dem im Album-Booklet ähnlich sieht. Dazu trug sie schwarze Stiefel.

Der Baß von Jeroen kam ziemlich druckvoll heraus, die Gitarren von Ruud und Robert hatten dagegen etwas das Nachsehen, zumindest am Anfang. Sharons Stimme hatte genau die richtige Lautstärke. Und die Fans ließen es sich nicht nehmen „Sanctus espiritus“ kräftig mitzusingen.

Nach dieser gelungenen Eröffnung wurde mit THE HOWLING das Tempo verschärft. Das war natürlich der richtige Kracher wie wir Ihn vom Mera Luna kennen.Danach wurde mit FROZEN die erste Midtempo-Ballade gespielt. Danach wurde mit STAND MY GROUND und FORSAKEN ein vorläufiger Höhepunkt erreicht. Denn hier sang die Fangemeinschaft wie aus einem Guß und es blieb kein Arm unten. Zudem wurde erstmals Pyro eingesetzt, die sich allerdings auf 2 Feuersäulen, positioniert zwischen Drums und Keyboard, beschränkte. Robert ging bei Forsaken rückwärts und stieß dabei an eine schwarze, kleine Box. In Zeitlupe fiel er wie eine Schildkröte auf den Rücken, spiele aber in der Stellung weiter.
Bei THE CROSS sang Sharon doch tatsächlich dieses „aaaaaaaa“ live. Da hatte ich doch vorher gedacht das da ein Sample vom Band käme. Also für Sharon sehr schwierig zu singen.

Bei WHAT HAVE YOU DONE wurde Keiths Gesangspart über einen Beamer angezeigt.
Das war schon etwas gewöhnungsbedürftig. Übrigens war das der einzige Beamereinsatz des Abends.

Bei THE HEART OF EVERYTHING wurde ich überrascht. Sharon sang genauso tief und schmutzig wie auf CD. Überhaupt klang THOE soundtechnisch perfekt und war für mich das Highlight.

Es folgte MOTHER EARTH in der altbewährten Form (die Halle tobte). Hier braucht man nicht näher drauf einzugehen.
Dann folgte die „ANGELS-Story“. Mitten im Lied ging Sharon, für uns ohne ersichtlichen Grund, zum Tontechniker und schaltete den Jungs den Saft ab. Diese waren sichtlich erstaunt.
Martijn versuchte dann mit einem Karnevalslied die Pause zu überbrücken.
Beim zweiten Versuch fand Sharon nicht Ihren Einsatz und Robert sang ihr das Lied dann vor. Zum Schluß bekreuzigte sich Sharon dann, da sie den Song ohne weitere Panne vollbrachte.  

HAND OF SORROW fetzte wieder mehr und es kamen verstärkt Laser zum Einsatz, die auch in der Folgezeit die Oberhand gewannen. Hier noch eine Anmerkung zu Sharons Bewegungen. Ihre verschlungenen Armbewegungen hat sie ganz eingestellt. Ihre Bewegungen waren ruckartiger, dem Sound angepaßter.
Es folgte der Schmachtfetzten ALL I NEED. Bei den „Höheren Stimmlagen“ äffte Robert Sharon nach und übertrieb natürlich maßlos.
Mit JILLIAN folgte der nächste TSF-Song, der perfekt in das neue Tourkonzept paßt.
Bei FINAL DESTINATION (verstärkter Lasereinsatz) rockte Sharon kräftig ab und auch THE TRUTH BENEATH THE ROSE kam kräftig und wirklich toll rüber. Damit war der Hauptteil des Konzertes beendet.

Der Zugabenblock wurde mit DECEIVER OF FOOLS eingeleitet, was eine Hüpfhysterie auslöste. Sharon schlucke, wie schon auf dem Mera Luna, Rauch, konnte aber bald weitersingen.    Memories wurde gestrichen und es folgte RUNNING UP THAT HILL. Hier gab Sharon noch einmal stimmlich alles und sagte danach, das, wenn sie noch 30 Minuten weitersingen würde, sie wohl keine Stimme mehr haben würde. Außerdem wäre ihr zu heiß (was bei Robert schon beim dritten Song der Fall war und er sich unter tosendem Beifall teilweise entkleidete). Den Schlußpunkt bildete, - oh Überraschung, Ice Queen. (ohne weiteren Kommentar. Die Band verabschiedete sich brav nach alter Manier und verschwand. Nun konnte man unter den Fans einige bekannte Gesichter erkennen. Anke (ich glaube es war ihr Konzert Nr. 92) kam aus Belgien angereist.
Nach längerem Warten und einem Besuch am Merchandise-Stand (Poster ergattert) wurden wir hinausgebeten ohne das sich ein Bandmitglied gezeigt hatte (Schade!). Nach einem Besuch bei Burger King ging es dann kurz nach Mitternacht nach Hause. Kurz nach 03.00 Uhr setzte mich Micha dann in Wuppertal ab und wir verabschiedeten uns in der Hoffnung schon bald wieder ein Konzert von WT besuchen zu können.
Autor: The Circle